| | Aus Berlin herzlichen Glückwunsch zu Ihrer sehr gelungenen Seitengestaltung!
Es gibt da viel zu Lesen und ich bin "noch nicht ganz durch". Ihre "Geschichtliche Entwicklung" des Kantorenberufes finde ich jedoch ausserordentlich! Da Sie ausdrücklich dazu auffordern, möchte ich gerne folgende Passage einer Ihrer Arbeiten ("Musik im Gottesdienst") aufgreifen:
"2. Im Vergleich zu sonstigen sprachlichen Kommunikationsformen besitzt Musik eine besondere Wirksamkeit. Musik „funktioniert“ nicht über Verstand und Willen, kann also rational weder hergestellt noch abgeschaltet werden."
Ich glaube, einige unserer besten Komponisten der Kirchenmusik, unter ihnen nenne ich nur Palestrina, Bach, Ahrens, würden Ihnen hier herzlich gerne entgegenhalten, daß es sehr wohl des Verstandes und des Willens bedarf, um Töne so zu setzen das der heilige Geist in ihnen wohne und dieser mit ihnen auch wirklich verkündigt wird. Das Erfassen des Althergebrachten, auf welchem alles "Neue" fusst ist durchaus eine Sache des Verstandes, wenngleich sie auch eine Sache des Herzens und der Liebe ist. Kirchliche Musik ist ohne ihre kulturgeschichtliche Bedeutung und Entwicklung undenkbar. Wer demnach behauptet, sie würde "ohne Verstand und Willen (...) funktionieren" ignoriert, daß gerade die Musica Sacra eine Musik ist, die -auch in ihren historischen Kontexten- verstanden (!) werden muss um geliebt werden zu können.
Ich will Ihnen keinen Vortrag halten, deswegen alles stark verkürzt, Alles Gute Ihnen und lieben Gruß
rjdm, evangelischer kantor, musikpädagoge und konzertorganist
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